Moment für Moment. Nichts beschönigt. Ein stilles Gedicht im Bild. Alles sehen wollen. Zulassen. In dieser Fülle liegt sie: die leise, dichte Schönheit vom Hier und Jetzt.
«Ich weiss noch, wie ich das erste Mal sehen durfte. Frei von Begrenzungen, die mir indoktriniert wurden und welche ich verinnerlicht hatte. Es dauerte lange, dann brach es wie ein Damm, mir liefen die Tränen. Sehen dürfen ist Freiheit. Jede Erhöhung, jeder Schatten, jede Vertiefung. Nichts schönmalen, ein Gedicht in Bildformat.
Der Versuch, das, was ich sehe, zu lieben, zu umarmen. Dann erst entfaltet es sich mir. Zeigt sich das Dahinterliegende, was ich zutiefst hoffe, im Bild zu erfassen. Sehen ist für mich ein Hineinbegeben in etwas mir noch Unbekanntes.
Eine Annäherung, wenn ich mich denn nähern darf. In Beziehung sein, in jedem Augenblick. Sehen wollen, alles. Diese Fülle empfinde ich als Schönheit.»
Malerin Damaris Tobler
Mich zieht an, was das Leben gezeichnet hat: seine Spuren, Brüche und das Unperfekte.
In meiner Malerei möchte ich hinschauen: ob Menschen, Objekte oder Landschaften. Betrachten – all die Spuren, die das Leben hinterlassen hat. Mich interessiert nicht das Makellose, sondern das Gelebte, das Vernarbte, das Zarte und Verletzliche. Der zweite Blick. Was offen sichtbar ist und was verborgen bleibt. Und jener Moment, in dem aus dem Betrachten eine Begegnung wird.
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Mein Leben führte mich früh in unterschiedliche Welten. Geboren in Deutschland, lebte ich als Kind in England, Thailand und Singapur – und verbrachte einige Jahre bei einem indigenen Volk im Dschungel Nordthailands. Andere Sprachen, Kulturen und Lebensweisen waren für mich deshalb schon früh weniger das Fremde als vielmehr Teil meines Lebens.
Auch mein beruflicher Weg ist von dieser Neugier geprägt. Ich liess mich zur Kindergärtnerin ausbilden, beschäftigte mich mit Pantomime und Theaterpädagogik, arbeitete als Tagesmutter und mit Menschen mit Beeinträchtigung. In Paris lernte ich das Malen nach Stern kennen, später folgten Ausbildungen in Essentieller Gestaltungspädagogik und Naturpädagogik. Ich gründete einen Waldkindergarten, lebte und arbeitete einige Jahre in Deutschland, heiratete und wurde Mutter von zwei Söhnen. Irgendwann führte mich mein Weg zurück in die Schweiz.
Auf den ersten Blick mögen diese Stationen wenig miteinander zu tun haben. Für mich verbindet sie eine ungestillte Neugier auf alles, was lebendig ist. Was geschieht, wenn ich mich auf eine andere Welt einlasse? Wenn ich beobachte, ohne gleich zu urteilen? Wenn ich einem Menschen, einem Ort oder einem Augenblick wirklich begegne?
Vielleicht ist genau das die Linie, die sich durch mein Leben zieht – und heute auch durch meine Malerei.
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Eine Auswahl meiner Arbeiten – und der Menschen und Momente, die mich zum Hinschauen bewegt haben. Entstanden aus Beobachtung, Begegnung und dem Versuch, sichtbar zu machen, was sich nicht immer in Worte fassen lässt. Hier geht’s zur Bildergalerie.
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