Malerin Damaris Tobler bei der Arbeit an einem Gemälde in ihrem Atelier in der Saienbrücke in Urnäsch – Kunst und Malerei im Appenzellerland.

Moment für Moment. Nichts beschönigt. Ein stilles Gedicht im Bild. Alles sehen wollen. Zulassen. In dieser Fülle liegt sie: die leise, dichte Schönheit vom Hier und Jetzt.

«Ich weiss noch, wie ich das erste Mal sehen durfte. Frei von Begrenzungen, die mir indoktriniert wurden und welche ich verinnerlicht hatte. Es dauerte lange, dann brach es wie ein Damm, mir liefen die Tränen. Sehen dürfen ist Freiheit. Jede Erhöhung, jeder Schatten, jede Vertiefung. Nichts schönmalen, ein Gedicht in Bildformat.

Der Versuch, das, was ich sehe, zu lieben, zu umarmen. Dann erst entfaltet es sich mir. Zeigt sich das Dahinterliegende, was ich zutiefst hoffe, im Bild zu erfassen. Sehen ist für mich ein Hineinbegeben in etwas mir noch Unbekanntes.

Eine Annäherung, wenn ich mich denn nähern darf. In Beziehung sein, in jedem Augenblick. Sehen wollen, alles. Diese Fülle empfinde ich als Schönheit.»

Malerin Damaris Tobler

Malerin Damaris Tobler aus Urnäsch – Illustration zu ihrer künstlerischen Arbeit im Atelier Saienbrücke im Appenzellerland.

Mich zieht an, was das Leben gezeichnet hat: seine Spuren, Brüche und das Unperfekte.

In meiner Malerei möchte ich hinschauen: ob Menschen, Objekte oder Landschaften. Betrachten – all die Spuren, die das Leben hinterlassen hat. Mich interessiert nicht das Makellose, sondern das Gelebte, das Vernarbte, das Zarte und Verletzliche. Der zweite Blick. Was offen sichtbar ist und was verborgen bleibt. Und jener Moment, in dem aus dem Betrachten eine Begegnung wird.


zur Bildergalerie

Inspiriert? Ich freue mich, von deinen Gedanken und Ideen zu erfahren.

Melde dich gerne bei mir: info@saienbruecke.ch